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Rottstr5-Kunsthallen

 

a sacrificial system

Performance

Skizzen an der Schnittstelle von Choreografie, Performance und Installation, die sich an der Praxis des Opferns und der Frage nach dem Ritualhaften abarbeiten.

Der Begriff des Opfers (victim) wird heute nicht selten inflationär benutzt – als Beleidigung auf dem Schulhof, als Beschreibung für Personen, die einen Unfall erleiden, oder für ganze Bevölkerungsgruppen. Darüber hinaus existiert die Definition des Opfers im religiösen Sinne (sacrifice), welches das kollektive Ritual der Darbringung eines Objekts, belebter oder unbelebter Art, an eine übergeordnete machtvolle Instanz meint. Opferungen sind der Ursprung des Theaters, wie ebenso der konstituierende Ausnahmezustand in Gemeinschaften.

Die Performer*innen nähern sich der Fragestellung anhand unterschiedlicher Ansätze - von Stravinskys Nail Art, einem überdimensionalem Schachfeld, antropophagen Ritualen, Häutungen, Faustkämpfen in Zeitlupe, einer Choreografie des Empowernments, dem Geburtsschrei, bis zu Bochum 1944 und 13 Autoreifen.

 

Der achte Jahrgang des Masterstudiengangs Szenische Forschung am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum arbeitet mit der Regisseurin und Choreografin Claudia Bosse (theatercombinat Wien) zusammen im Rahmen der Christoph Schlingensief-Gastprofessur, gefördert durch die Kunststiftung NRW.

Die gemeinsame Arbeit fokussierte sich auf performative Assemblagen und Konstellationen von Körper und Material im Raum zum Thema “sacrifice“.